
Der Woronzow-Palast
Adresse: Odesa, Woronzowskyj-Gasse 2a
Geschichte: Der Palast wurde 1826 an der Stelle der ehemaligen türkischen Festung Yeni-Dünya errichtet. Auftraggeber war der Generalgouverneur der Region Neurussland, Graf Michail Woronzow. Er wollte nicht nur eine Residenz schaffen, sondern ein Symbol der Macht des Imperiums im Süden der Ukraine. Der Bau wurde 1828 vollendet, und der Palast wurde sofort zum Zentrum des gesellschaftlichen Lebens: Hier fanden Bälle statt, an denen Puschkin, Schukowski und Vertreter europäischer Herrscherhäuser teilnahmen. Nach dem Tod Michail Semjonowitschs erbte sein Sohn Semjon den Palast, danach dessen Witwe Jelisaweta Xawerijewna.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Palast nach dem Tod des letzten Vertreters der Familie Woronzow vermietet; zeitweise befand sich hier ein Jungengymnasium. Während der revolutionären Ereignisse von 1917–1920 diente das Gebäude als Hauptquartier der Roten Garde und des Rates der Arbeiterdeputierten. 1936 wurde der Palast in einen Pionierpalast umgewandelt. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Gebäude schwere Schäden durch Luftangriffe, und ein Teil der Innenausstattung wurde von den Besatzern geplündert. In den Nachkriegsjahren wurde der Palast mehrfach restauriert, wobei man versuchte, die ursprünglichen Stuckarbeiten und Parkettböden zu bewahren. Im Jahr 2026 bleibt er der wichtigste architektonische Akzent des Prymorskyj-Boulevards, nachdem eine umfassende Rekonstruktion der Fundamente und der Kolonnade durchgeführt worden war.
Architektur: Empire-Stil. Architekt – Francesco Boffo.
Legenden/Fakten: Unter dem Palast wurde ein verzweigtes Tunnelsystem entdeckt, das zu den Katakomben führt.

Der Brzosowski-Palast
(„Schah-Palast“)
Adresse: Odesa, Gogol-Straße 2
Geschichte: Das Gebäude wurde 1852 für den polnischen Adligen Zenon Brzozowski errichtet. Die Familie Brzozowski besaß den Palast mehr als ein halbes Jahrhundert lang und nutzte ihn als Stadtresidenz. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging der Palast in den Besitz eines anderen polnischen Aristokraten, Józef Schönbek, über. Die interessanteste Phase seiner Geschichte begann 1909, als Mohammed Ali Schah, der gestürzte persische Monarch, der nach der konstitutionellen Revolution aus Teheran geflohen war, den Palast mietete. Der Schah ließ sich hier mit seinem Harem nieder (der Überlieferung nach hatte er etwa 50 Ehefrauen) sowie mit seinem zahlreichen Gefolge. Er versuchte, in Odesa ein orientalisches Ambiente zu schaffen, führte jedoch zugleich ein aktives europäisches Gesellschaftsleben.
Nach der Revolution von 1917 verließ der Schah Europa, und der Palast wurde verstaatlicht. In der Sowjetzeit befanden sich hier das Haus der Volkskunst und verschiedene staatliche Einrichtungen. Das Gebäude entging auf wundersame Weise größeren Umbauten, wodurch sein gotischer Charakter erhalten blieb. In den 2000er Jahren wurde der Palast Sitz einer Geschäftsbank, die eine gründliche Außenrestaurierung durchführte. Heute gehört er zu den fotogensten Bauwerken Odesas und erinnert an die Epoche der Romantik.
Architektur: Neugotik. Architekt – Feliks Gonsiorowski.
Legenden/Fakten: Die Einwohner glaubten, der Schah halte Löwen in den Kellern, um seine Schätze zu bewachen.

Der Potocki-Naryschkin-Palast
(heute das Kunstmuseum)
Adresse: Odesa, Sofijiwska-Straße 5a
Geschichte: Der Bau des Palastes begann 1823 im Auftrag der Gräfin Sofija Potocka (Tochter der legendären Sofija Witt-Potocka, nach der der Park „Sofijiwka“ benannt wurde). Er war als Hochzeitsgeschenk anlässlich ihrer Vermählung mit General Pawlo Kisseljow gedacht. Aufgrund familiärer Schwierigkeiten hielt sich die Gräfin jedoch nur selten in Odesa auf. In den 1840er Jahren wurde der Palast von einer anderen einflussreichen Familie erworben – den Naryschkins (Lew Naryschkin und seine Ehefrau Olga, geborene Potocka). Unter ihnen wurde der Palast zum Schauplatz der prunkvollsten Empfänge der Stadt.
Ende des 19. Jahrhunderts verfiel das Gebäude, und die Naryschkins beschlossen, es zu verkaufen. Die Stadtgemeinde unter Führung von Hryhorij Marasli kaufte den Palast 1888, um darin ein städtisches Museum einzurichten. 1899 wurde hier feierlich das Kunstmuseum von Odesa eröffnet. Die Sowjetmacht behielt die museale Nutzung des Gebäudes bei, obwohl sich die Sammlung erheblich veränderte. Während der rumänischen Besatzung (1941–1944) wurden einige Exponate abtransportiert, doch das Gebäude selbst wurde von den Museumsmitarbeitern gerettet. Im Jahr 2023 wurde der Palast durch die Druckwelle eines Raketenangriffs russischer Terroristen beschädigt, was eine neue Restaurierungsphase auslöste, die bis Anfang 2026 andauerte.
Architektur: Klassizismus. Architekt – Francesco Boffo. Im Jahr 1890 entwarf der Architekt J. Dmytrenko ein Auditorium für Volksvorträge, das mit dem linken Flügel des Palastes verbunden war und durch Oberlicht beleuchtet wurde. Es besaß einen eigenen Eingang vom Hof. Am 20.06.1891 wurde der Bau vollendet. Heute befindet sich in diesem Auditorium der Ausstellungssaal des Kunstmuseums von Odesa. In den Jahren 1893–1894 erarbeitete der Architekt M. Tolwinskyj ein Projekt zur Rekonstruktion und Renovierung der Gebäude.
Legenden/Fakten: Die Grotte unter dem Palast wurde ursprünglich als geheimer Ort für romantische Treffen von Sofija Potocka genutzt. (Gerücht)

Der Palast der Fürsten Gagarin
(heute das Literaturmuseum)
Adresse: Odesa, Lanschjeroniwska-Straße 2
Geschichte: Der Palast wurde in den 1840er–1850er Jahren für Fürst Dmitrij Gagarin errichtet, einen Vertreter eines der ältesten Adelsgeschlechter. Der Fürst war eine bedeutende Persönlichkeit der Gesellschaft von Odesa, und seine Ehefrau Sofija Petrowna galt als berühmte Schönheit. Der Palast war für seine Innenräume bekannt, insbesondere für den „Goldenen Saal“ mit seiner hervorragenden Akustik. Nach dem Tod des Fürsten übergaben seine Erben einen Teil des Gebäudes der Stadtduma von Odesa, die ihn später der Literarisch-Künstlerischen Gesellschaft überließ.
Gerade hier versammelte sich um die Jahrhundertwende die intellektuelle Elite: Iwan Bunin, Kuprin, Tschechow und Lessja Ukrajinka. Hier wurden neue Werke vorgelesen und kulturelle Neuigkeiten des Imperiums diskutiert. Nach 1917 beherbergte der Palast verschiedene Einrichtungen – vom Meldeamt bis zu Wohnwohnungen –, was sich negativ auf die Wanddekorationen auswirkte. Erst 1977 wurde das Gebäude vollständig dem Literaturmuseum übergeben. Dank der sorgfältigen Arbeit der Restauratoren gelang es, das einzigartige Parkett aus 20 Holzarten sowie die Stuckverzierungen wiederherzustellen. Heute ist der Palast das Herz des kulturellen Lebens von Odesa, in dem sich Literaturgeschichte und architektonische Pracht vereinen.
Architektur: Eklektizismus. Architekt – Ludwig Otto.
Legenden/Fakten: Man erzählt, dass der Geist der „Weißen Dame“ (Fürstin Sofija) noch heute gelegentlich im Ballsaal erscheint.

Der Palast der Grafen Tolstoi
(heute das Haus der Wissenschaftler)
Adresse: Odesa, Mykola-Sawytsch-Straße 4
Geschichte: Der erste Teil des Palastes wurde in den 1830er Jahren für den Kapitän Horvat erbaut, doch die eigentliche Blütezeit des Anwesens begann 1867, als es von Graf Michail Tolstoi (einem entfernten Verwandten des Schriftstellers Lew Tolstoi) erworben wurde. Die Familie Tolstoi gehörte zu den wohlhabendsten Familien Odesas; sie besaß riesige Ländereien und engagierte sich intensiv in der Wohltätigkeit. Graf Michail Michailowitsch der Jüngere ließ neben dem Palast ein separates Gebäude für seine Gemäldegalerie errichten, in der er Meisterwerke der westeuropäischen Malerei sammelte.
Die Tolstois waren die Gründer der ersten Rettungsstation des Russischen Reiches in Odesa. Nach der Machtübernahme der Bolschewiki im Jahr 1920 emigrierte der Graf aus Sorge um das Leben seiner Familie in die Schweiz und überließ seinen gesamten Besitz dem Staat. Erstaunlicherweise übergab er die Schlüssel zum Palast unter der Bedingung, dass die Bibliothek und die Sammlungen erhalten bleiben würden. Im Jahr 1934 wurde das Gebäude zum Haus der Wissenschaftler. Während des Zweiten Weltkriegs war der hier einquartierte deutsche General von der Schönheit des Palastes so beeindruckt, dass er verbot, ihn beim Rückzug zu verminen. Dank dessen können heute die originalen Möbel, die Seidentapeten und der Flügel besichtigt werden, auf dem Franz Liszt spielte.
Architektur: Klassizismus und Barock. Architekten – F. Boffo, F. Fellner, H. Helmer.
Legenden/Fakten: Im Weißen Saal des Palastes wurden Szenen des sowjetischen Films „D’Artagnan und die drei Musketiere“ (die Louvre-Szenen) gedreht.

Der Abasa-Palast
(heute das Museum für Westliche und Östliche Kunst)
Adresse: Odesa, Italijska-Straße (bis 2024 Puschkinska-Straße) 9
Geschichte: Alexander Abasa, Staatsmann und Großgrundbesitzer, gab 1856 den Bau dieses Palastes in Auftrag. Er wollte ein Gebäude besitzen, das seinen Status als einer der einflussreichsten Finanzmänner seiner Zeit unterstrich. Der Palast wurde zu einem Musterbeispiel von Luxus: Die aus einem einzigen Marmorblock gehauene Haupttreppe ohne sichtbare Stützen galt damals als architektonisches Wunder. Abasa blieb jedoch nicht lange Eigentümer des Hauses – aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste er es an die Stadtkasse verkaufen. Eine Zeit lang befand sich hier die Kanzlei des Generalgouverneurs, später die Öffentliche Bibliothek von Odesa. Im Jahr 1923 wurde auf Grundlage des Dekrets über die Verstaatlichung privater Sammlungen im Palast das Museum für Westliche und Östliche Kunst eingerichtet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude teilweise beschädigt, die wichtigsten Säle blieben jedoch erhalten. In den 2000er Jahren durchlief der Palast mehrere Etappen kosmetischer Renovierungen. Bis 2026 entwickelte sich das Museum nicht nur zu einem Aufbewahrungsort von Kunstschätzen, sondern auch zu einem modernen Medienzentrum, in dem die Geschichte der Familie Abasa durch interaktive Installationen erzählt wird.
Architektur: Neobarock. Architekt – Ludwig Otto.
Legenden/Fakten: Architekt Otto war auf die Treppe des Palastes so stolz, dass er eine Wette auf ihre Stabilität abschloss – und sie steht seit mehr als 160 Jahren unverändert fest.

Das Nowikow-Herrenhaus
(heute das Historische und Regionalkundliche Museum)
Adresse: Odesa, Hawanna-Straße 4
Geschichte: Alexander Nowikow gehörte der zweiten Generation einer bekannten Kaufmannsdynastie an. Sein Großvater Ilja Nowikow gründete die erste Seilfabrik Odesas. Alexander Nowikow beschloss, den Erfolg der Familie durch den Bau eines luxuriösen Herrenhauses im Stadtzentrum im Jahr 1876 zu festigen. Das Haus war mit den modernsten technischen Errungenschaften seiner Zeit ausgestattet: Wasserleitung, Dampfheizung und sogar mechanische Vorrichtungen zum Transport von Speisen aus der Küche in das Esszimmer.
Die Familie Nowikow war für ihre Gesellschaftsabende bekannt, bei denen sich das „neue Kapital“ Odesas – Industrielle und Bankiers – versammelte. Nach 1917 wurde das Herrenhaus von verschiedenen Behörden genutzt, und 1948 eröffnete hier das Historische und Regionalkundliche Museum. Die Museumsausstellung nimmt heute alle repräsentativen Säle ein und erzählt die Geschichte der Region von der Antike bis in die Gegenwart. Der Innenhof des Herrenhauses hat seine authentische Atmosphäre bewahrt und ist Teil des Museumsrundgangs.
Architektur: Späteklektizismus. Architekt – Feliks Gonsiorowski.
Legenden/Fakten: Man sagt, Nowikow habe die Fenster seines Arbeitszimmers absichtlich so anlegen lassen, dass er den Mast jedes Schiffes sehen konnte, das mit seiner Ware in den Hafen einlief.

Das Falz-Fein-Herrenhaus
(„Das Haus mit den Atlanten“)
Adresse: Odesa, Gogol-Straße 5–7
Geschichte: Obwohl dieses Gebäude häufig als Mietshaus bezeichnet wird, wurde es Ende des 19. Jahrhunderts als Familienresidenz der Familie Falz-Fein errichtet. Die Familie Falz-Fein war einzigartig: deutscher Herkunft, wurde sie zu den größten Schafzüchtern im Süden der Ukraine und gründete das Naturschutzgebiet „Askanija-Nowa“. Friedrich Falz-Fein, der sich häufig in Odesa aufhielt, benötigte eine repräsentative Unterkunft. Das Haus wurde durch seine Atlas-Skulpturengruppe zu einer wahren Sensation.
In diesem Haus lebten nicht nur die Eigentümer, sondern auch bekannte Ärzte, Juristen und Universitätsprofessoren. Nach der Machtübernahme der Sowjets mussten die Falz-Feins emigrieren, und das Gebäude wurde in Gemeinschaftswohnungen umgewandelt. Dies führte zum allmählichen Verfall der Innenausstattung. In den 2020er Jahren begann ein groß angelegtes Programm zur Rettung der „Atlanten“ – die Skulpturen begannen unter dem Gewicht des Balkons nachzugeben. Bis 2026 wurde eine komplexe ingenieurtechnische Maßnahme zur Stabilisierung der Fundamente durchgeführt, und heute erstrahlt das Haus wieder in seiner ursprünglichen Schönheit.
Architektur: Jugendstil. Architekt – Lew Wlodek.
Legenden/Fakten: Als Modelle für die Atlanten dienten echte Hafenarbeiter des Hafens von Odesa, die stundenlang für den Bildhauer posieren mussten.

Das Marasli-Herrenhaus/h2>
Adresse: Odesa, Italijska-Straße (bis 2024 Puschkinska-Straße) 4
Geschichte: Hryhorij Marasli, ein Grieche von Herkunft, bekleidete 17 Jahre lang das Amt des Bürgermeisters (1878–1895). Dieses Herrenhaus erwarb er und ließ es nach seinem Geschmack umbauen. Als außerordentlich wohlhabender Mann verwandelte Marasli sein Haus in ein Zentrum der Eleganz. Hier befanden sich eine der besten Privatbibliotheken der Stadt sowie eine bedeutende Porzellansammlung. Da Marasli lange Zeit keine direkten Erben hatte, war das Herrenhaus sein größter Stolz.
Hier empfing er gekrönte Häupter und Diplomaten. Nach seinem Tod im Jahr 1907 ging das Herrenhaus an seine Neffen über. In der Sowjetzeit wurde das Gebäude von medizinischen Einrichtungen genutzt. Jahrzehntelang waren die Innenräume unter Schichten amtlicher Farbe verborgen. Im Jahr 2026 befindet sich das Gebäude teilweise im Eigentum der Stadt, während einige Säle für feierliche Empfänge genutzt werden, wobei man versucht, die Atmosphäre des „goldenen Zeitalters“ Maraslis wieder aufleben zu lassen.
Architektur: Renaissance-Barock-Stil. Architekt – Ludwig Otto.
Legenden/Fakten/Факти: Marasli war so großzügig, dass er, wenn ihm die Architektur eines Gebäudes irgendwo in Europa gefiel, die Baupläne kaufte und sie Odesa zum Bau öffentlicher Gebäude schenkte.

Der Kamo-Palast
Adresse: Одеса, Odesa, Tyraspolska-Straße 4
Geschichte: Der Kaufmann Stepan Kamo gab dieses Gebäude in den 1840er Jahren in Auftrag. Die Familie Kamo gehörte zur armenischen Diaspora, die eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des Handels in Odesa spielte. Der Palast wurde als monumentales Bauwerk konzipiert, das den gesamten Tyraspolska-Platz „tragen“ sollte. Das Gebäude wechselte mehrere Eigentümer, darunter bekannte Bankiers.
In der Sowjetzeit wurden die großen Säle des Palastes durch Trennwände in kleine Wohnungen aufgeteilt, was zum Verlust vieler Innendetails führte. Die äußere Pracht des Gebäudes blieb jedoch erhalten. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts begannen Arbeiten zur Wiederherstellung des Stuckdekors. Im Jahr 2026 werden die unteren Stockwerke des Palastes von Galerien und Boutiquen genutzt, was die Restaurierung der Atlasfiguren an der Fassade ermöglichte.
Architektur: Neorenaissance. Architekt – Iwan Koslow.
Legenden/Fakten: Die Einwohner nennen dieses Gebäude wegen des strengen Erscheinungsbildes seiner Karyatiden „den Wächter des Platzes“.

Das Paraskewa-Herrenhaus
Adresse: Odesa, Französischer Boulevard 40
Geschichte: Dieser Palast gehörte der Kaufmannsfamilie Paraskewa Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Familie war im Großhandel tätig und engagierte sich als Mäzen. Das Herrenhaus wurde während der aktiven Bebauung der an den Schewtschenko-Park (damals Alexandrowski-Park) angrenzenden Gebiete errichtet. Das Gebäude diente nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als Versammlungsort der griechischen Gemeinde der Stadt.
Nach der Revolution verließen die Eigentümer die Stadt, und das Gebäude wurde verstaatlicht. In verschiedenen Jahren befanden sich hier Hauptquartiere militärischer Einheiten und Sanatoriumsdienste. Da das Herrenhaus etwas abseits der wichtigsten Touristenrouten liegt, blieben die authentischen Fassadenelemente besser erhalten. Heute ist es ein Wohngebäude mit Büroräumen, das durch die für Odesa ungewöhnliche plastische Gestaltung seiner Fassade Aufmerksamkeit erregt.
Architektur: Eklektizismus. Architekt – Paul Klein.
Legenden/Fakten: Es wird angenommen, dass in der Dekoration des Hauses freimaurerische Symbole verborgen sind, da der Eigentümer angeblich einer Loge angehörte.

Die Marasli-Datscha
(Das San-Donato-Herrenhaus)
Adresse: Odesa, Französischer Boulevard 85
Geschichte: Dies war die Sommerresidenz von Hryhorij Marasli. Das Grundstück am Französischen Boulevard war riesig und reichte bis ans Meer. Marasli erwarb es von der Familie Buturlin. Hier wurden ein Park mit seltenen Pflanzen angelegt, ein Gewächshaus errichtet und eine Grotte geschaffen. Der Name „San Donato“ entstand später, als das Anwesen von Vertretern der Familie Demidow, den Fürsten von San Donato, gemietet oder besucht wurde.
Nach der Revolution wurde die Datscha Teil eines Sanatoriumskomplexes (heute das Tschkalow-Sanatorium). Die meisten kleinen architektonischen Formen des Parks wurden zerstört, doch der Palast selbst und das einzigartige Gewächshaus blieben erhalten. Bis 2026 erreichten Bürgerinitiativen die Aufnahme des Geländes in die Liste der geschützten Parkanlagen, und die schrittweise Restaurierung der berühmten Marasli-Grotte begann, die zu einem Symbol der aristokratischen Erholung im alten Odesa geworden ist.
Architektur: Eklektizismus. Architekt – Feliks Gonsiorowski.
Legenden/Fakten: Man erzählt, dass Marasli genau hier den ersten „elektrischen Ball“ in Odesa veranstaltete, bei dem die Illumination von einer eigenen Generatorstation gespeist wurde.